{"id":225,"date":"2013-09-19T21:12:12","date_gmt":"2013-09-19T19:12:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiederholds.de\/wpnordstrasse\/?page_id=225"},"modified":"2016-10-17T15:08:25","modified_gmt":"2016-10-17T13:08:25","slug":"nordstr-19-abgerissen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.wiederholds.de\/wpnordstrasse\/die-hauser\/nordstrasse\/nordstr-19-abgerissen\/","title":{"rendered":"Nordstr. 19 (abgerissen)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aktenrecherche Stadtarchiv<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_322\" style=\"width: 221px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.wiederholds.de\/wpnordstrasse\/wp-content\/uploads\/nordstr19.png\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-322\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-322 size-medium\" src=\"http:\/\/www.wiederholds.de\/wpnordstrasse\/wp-content\/uploads\/nordstr19-211x300.png\" alt=\"nordstr19\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.wiederholds.de\/wpnordstrasse\/wp-content\/uploads\/nordstr19-211x300.png 211w, https:\/\/www.wiederholds.de\/wpnordstrasse\/wp-content\/uploads\/nordstr19.png 380w\" sizes=\"(max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-322\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Nordstra\u00dfe 19 1864 (Rehfeld, Emil: Geschichte des st\u00e4dtischen Realgymnasiums 1868-1928, S.3\/Witten aus alter Zeit, Bd. 3, S. 187)<\/p><\/div>\n<p>Nordstra\u00dfe 19 &#8211; heute Spielplatz<br \/>\nAm Freitagabend den 19. September 1873 wurde hier das neu errichtete Schulgeb\u00e4ude mit Betsaal von der j\u00fcdischen Gemeinde zu Witten mit feierlichen Ges\u00e4ngen eingeweiht, nachdem sie aus den angemieteten R\u00e4ume in der ehemaligen Weidengasse 9 hierher ziehen konnte. Die Stadt Witten plante das Haus bereits seit 1870. Es konnte aber erst ab 1871 nach dem deutsch-franz\u00f6sischen Krieg mit dem Bau begonnen werden.<\/p>\n<p>\u201eDas Erdgeschoss bestand aus einem gro\u00dfen, wundersch\u00f6nen Klassenraum und drei angrenzenden R\u00e4umen, die meine Wohnung bildeten. Die Sch\u00fcler nutzten den gro\u00dfen Schulhof w\u00e4hrend der Pausen und wir ihn als Garten. Im Obergescho\u00df befand sich die Synagoge.\u201c (Jacob Ostwald, j\u00fcdischer Kantor und Lehrer)<\/p>\n<p>1885 k\u00fcndigte die Stadt Witten den Mietvertrag mit der j\u00fcdischen Gemeinde, um eine h\u00f6here T\u00f6chterschule hier zu etablieren. Die j\u00fcdische Gemeinde kaufte an der Ecke Kurze Stra\u00dfe\/Breite Stra\u00dfe ein Grundst\u00fcck und errichtete dort ihre Synagoge.<\/p>\n<p>Ab 1904 nutzte das Bauamt der Stadt Witten die R\u00e4ume bis zum Ende des ersten Weltkriegs. Zwischenzeitlich wurde das Erdgeschoss der Nordstra\u00dfe 16 f\u00fcr zus\u00e4tzliche B\u00fcros angemietet. Das Geb\u00e4ude Nordstra\u00dfe 19 wurde 1923 bis 1925 von den franz\u00f6sischen Besatzern beschlagnahmt. Im Obergeschoss wurde ein Kriegsgericht eingerichtet. Von September 1923 bis April 1924 betrugen die Kosten f\u00fcr die Stadt Witten f\u00fcr die Behebung der Sch\u00e4den und die Sanierung\u2028143 901 092 300 00,- Mark (Einhundertdreiundvierzig Billionen\u2026)\u2028Der Schaden in der inflationsbereinigten Rechnung wird mit 4.193,74 Mark angegeben.<\/p>\n<p>Von 1925 bis 1938 stellte die Stadt Witten das Haus der IHK Bochum als gewerbliche Fortbildungsschule zur Verf\u00fcgung. Besonders zu erw\u00e4hnen ist hier die M\u00e4dchenabteilung mit 23 Sch\u00fclerinnen. In vier Klassen wurden zwischen 100 und 160 Sch\u00fcler unterrichtet. Lehrlinge zahlten 36 RM pro Jahr und Handelssch\u00fcler 216 RM.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Nationalsozialismus war die Nordstra\u00dfe 19 ab 1938 der Sitz der Kreisleitung der NSDAP. Ein Kreisgericht befand sich im Obergeschoss. Im benachbarten Haus der Jugend zogen die Hitlerjugend und der BDM ein.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg nutzte die Stadt Witten die R\u00e4ume ab 1950 f\u00fcr die Stadtb\u00fccherei und ab 1958 bis zuletzt f\u00fcr das Stra\u00dfenverkehrsamt. Bei einer Sicherheitsbegehung 1961 wurden starke Baum\u00e4ngel festgestellt. Die Holzbalken im Dach waren verfault und der linke Giebel stand nicht mehr lotrecht und drohte einzust\u00fcrzen. Im August 1962 erging die Anordnung das Haus aus Sicherheitsgr\u00fcnden zu r\u00e4umen. Im Juli 1963 wurde es abgerissen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktenrecherche Stadtarchiv Nordstra\u00dfe 19 &#8211; heute Spielplatz Am Freitagabend den 19. September 1873 wurde hier das neu errichtete Schulgeb\u00e4ude mit Betsaal von der j\u00fcdischen Gemeinde zu Witten mit feierlichen Ges\u00e4ngen eingeweiht, nachdem sie aus den angemieteten R\u00e4ume in der ehemaligen Weidengasse 9 hierher ziehen konnte. Die Stadt Witten plante das Haus bereits seit 1870. 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